Hier entwickelt der Wein seine Individualität

Maischestandzeiten

Bei allen Weiß- und Rotweinen arbeiten wir mit Maischestandzeiten. Beeren, Fruchtfleisch und Saft bleiben mehrere Stunden in Kontakt. Die dabei gelösten Inhaltsstoffe erhöhen die Lagerfähigkeit. Darüber hinaus verleihen sie den Weißweinen eine dichte Textur, und die Hefe findet eine optimale Nahrungsgrundlage für die folgende Spontangärung vor.

 

Spontangärung

Eine jahrtausendealte Methode neu entdeckt.

 

Unsere Weine vergären mit den weinbergseigenen Hefen, also mit Hefepilzen, die sich natürlich auf den Trauben ansiedeln. Mit der Traube ernten wir auch diese Hefen. Sie beginnen, den Zucker in Alkohol zu verstoffwechseln. Schon dabei zeigen sich Wesen und Temperament des Weins, denn jeder Wein vergärt in seinem eigenen Rhythmus. Das kann von wenigen Wochen bis zu einigen Monaten dauern. Auch der Jahrgang prägt dieses Geschehen. Je nach Witterungsverlauf starten die Hefen sofort mit der Gärung oder lassen sich Zeit. Das ist jedes Jahr aufs Neue spannend. Als Winzer begleiten wir diese Prozesse stets prüfend.

 

Unsere Rotweine durchlaufen eine 12- bis 18-tägige Maischegärung. Die Beeren und den Saft durchmischen wir bei unseren Prestige-Qualitäten schonend von Hand. So erfahren wir buchstäblich hautnah, in welchem Stadium der Gärung sich der Wein befindet und die Gerbstoffe werden sachte gelöst. Anschließend reifen die Rotweine in großen Holz- oder Barriquefässern und entwickeln ihren unverwechselbaren Charakter.

 

Reifezeit auf der Hefe

Die Hefe, als Mutter des Weins, ist nicht nur für die alkoholische Gärung zuständig, sie darf ihre Schützlinge auch mehrere Wochen begleiten. Das sogenannte Hefelager ermöglicht dem Wein, all die Stoffe auszubilden, die für ein vielschichtiges Geschmackserlebnis sorgen. Die Erfahrung zeigt uns, dass die natürliche Hefe das nur leisten kann, wenn die Rebe auf lebendigen Böden gedeiht. Für die zeitliche Dauer des Hefelagers gibt es keine Formel. Hier entscheiden Erfahrung, Sensorik und ein sicheres Bauchgefühl über den Charakter des Weins. Prinzipiell gilt, je länger ein Wein den Schutz der Hefe genießt, desto weniger Schwefel braucht er zur Konservierung.

 

Füllung ohne Filtration

Der logische Schlusspunkt unseres Ausbaus stellt die Füllung ohne Filtration dar. Dabei wird der Wein sorgsam vom Hefedepot im Fass abgezogen, man erspart dem Wein eine mechanische Belastung und den Entzug von Aromen. Seit 2015 füllen wir alle Prestige-Weine unfiltriert.

 

ORANGE WINE

ORANGE WINE bezeichnet einen Weißwein, der ähnlich wie Rotwein hergestellt wird, d.h. er durchläuft die Gärung auf der Maische. Dadurch werden mehr Tannine und Farbstoffe aus den Beerenschalen gelöst. Sie geben dem Wein Rückgrat und erhöhen seine natürliche Haltbarkeit. Souvignier Gris, von Natur aus mit starker phenolischer Struktur, eignet sich ideal für diese Art der Vinifizierung. Lange Maischestandzeiten, Maischegärung, Ausbau im 500 Liter Eichenholzfass, Hefelager über mehrere Monate und unfiltierte Füllung: Das sind die Eckdaten unserer Herstellung.

 

Der Einstieg in Orange Wine ist für uns kein modischer Schnellschuss. Er ist vielmehr die logische Ergänzung unseres prämierten Sortiments puristischer Weine. Wie schmeckt der Wein der Zukunft? Können wir Wein machen mit weniger Schwefel? Oder ganz ohne Schwefel? Unser Souvignier Gris gibt die aktuelle Antwort.

 

Kellerkunst = HandWerk in Ruhe